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AVIVA-BERLIN.de im April 2026 - Beitrag vom 10.04.2026


Der AVIVA-Kulturkalender - Kunst + Kultur in Berlin
AVIVA-Redaktion

Die AVIVA-Auswahl zu Ausstellungen und Vernisssagen von etablierten, noch unbekannten und unentdeckten oder zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Künstlerinnen in und um Berlin.




Liebe Leser*innen, diese Seite wird regelmäßig aktualisiert, es lohnt sich also, öfter vorbeizuschauen! Zur Info - die Termine sind chronologisch nach dem Beginndatum der jeweiligen Ausstellung geordnet, scrollt/scrollen Sie daher am besten durch diese Seite um zu einem bestimmten Datum zu gelangen.
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  • 22. Mai 2025 bis 12. April 2026
    Gefühlsdinge. How to Listen to Objects
    Eine Ausstellung der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum

    Die Schau widmet sich der Frage, wie Objekte Erinnerungen und Emotionen transportieren, welche Gefühle die jüdischen Gemeinschaften heute bewegen und welche Rolle Museen als Resonanzräume spielen können.
    Im Mittelpunkt stehen Exponate aus der Sammlung der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum, deren Geschichten durch die Shoah, durch die Wirren von Kriegen und Krisen in der Vergangenheit verschüttet wurden. Die Ausstellung basiert auf sechs Workshops, in denen Teilnehmende aus der jüdischen Stadtgesellschaft die historischen Erzählungen der Sammlungsobjekte wiederentdeckt, neue Perspektiven entwickelt und individuelle Erinnerungen miteinander verwoben haben.
    Ein besonderes Highlight der Ausstellung ist der 360-Grad-Animationsfilm "Die Verwandlung", der eindrucksvoll entdeckt, wie Objekte Vergangenheit und Gegenwart, Generationen und Gemeinschaften miteinander in Verbindung bringen können. Die immersive Installation, die auch eine digitale Rekonstruktion des zerstörten Haupt-Gebetssaals umfasst, ermöglicht ein intensives und verkörpertes Eintauchen in die virtuelle Welt.
    Gefühlsdinge folgt einem multisensorischen Konzept: Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, die Objekte nicht nur zu betrachten, sondern sie auch durch Hören, Riechen und Tasten zu erleben. Dieser interaktive Ansatz macht die bewegte jüdische Geschichte sowohl intellektuell als auch emotional erfahrbar. Dabei werden zentrale Fragen nach Erinnerung und Zugehörigkeit reflektiert.
    Die Ausstellung macht deutlich, dass unser kulturelles Erbe nicht nur bewahrt, sondern immer wieder neu interpretiert werden muss. "Gefühlsdinge" zeigt das Museum als einen lebendigen Begegnungsraum, in dem Vergangenheit und Gegenwart miteinander in Dialog treten – und in dem Zuhören zu einer wichtigen Form der Verständigung wird.
    Veranstaltungsort: Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum, Repräsentantensaal / Ausstellungsfläche 2. Etage
    Mehr Infos: centrumjudaicum.de

  • 23. Januar 2026 – 26. April 2026
    KZ überlebt
    Die Ausstellung "KZ überlebt" zeigt Porträts des Fotografen Stefan Hanke. Er fotografierte Überlebende nationalsozialistischer Konzentrationslager aller noch erreichbaren Verfolgtengruppen. Neben Porträts von Zeitzeug/-innen mit jüdischer Familienbiographie porträtierte Hanke Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, sowjetische Kriegsgefangene, ehemalige politische Häftlinge und andere Verfolgte.
    Mit Empathie fotografierte Stefan Hanke die Zeitzeug/-innen an historischen Orten ihres Leids und in ihrem Lebensumfeld. Seine individuellen Bildkompositionen und die Aufnahmeorte reflektieren die Geschichte der Protagonist/-innen. Dabei reduziert Stefan Hanke die Überlebenden nicht auf ihr früheres Häftlingsdasein, sondern nimmt sie als Persönlichkeiten in den Fokus.
    Stefan Hanke reiste in insgesamt sieben europäische Länder und fotografierte 121 Überlebende. In der Ausstellung im Willy-Brandt-Haus sind nun 50 großformatige Porträts zu sehen. Die Besucher/-innen erfahren durch die Einzelschicksale der Porträtierten, wie die Schreckensherrschaft und die Gräueltaten der Nationalsozialisten das Leben der Menschen bestimmten und wie die Opfer mit dem Leid weiterlebten.
    Veranstaltungsort: Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V.
    Stresemannstraße 28
    10963 Berlin
    www.fkwbh.de/ausstellung/kz-ueberlebt

  • 21. Februar – 10. Mai 2026
    Else Marie Pade - Partitur
    Partitur ist die erste internationale Ausstellung, die der dänischen Komponistin und Klangkünstlerin Else Marie Pade (1924–2016) gewidmet ist. Pade war eine Wegbereiterin der "musique concrète" und der europäischen elektronischen Musik. Über mehrere Jahrzehnte hinweg betrachtete Pade Klang als visuelles Medium von Intensitäten, Vielfalt und Dissonanz. Ihre Kompositionen führen Zuhörer*innen durch Märchen, Stadtlandschaften und Albträume, mit Partituren, die die Notation, den Prozess und die kakophonischen Erzählräume des Lebens einfangen.
    Ausgehend von Pades wegweisenden musikalischen Arrangements und Papierarbeiten zeichnet Partitur die künstlerische Entwicklung der Komponistin ab den 1950er–Jahren nach. Die Ausstellung entfaltet sich als immersive Hörumgebung, die an die räumlichen Strukturen ihrer Partituren und die von ihr neu gedachte Sprache für elektronische Komposition angelehnt ist. Begleitet wird die Ausstellung von einem Live–Programm, das Pades Erbe aufgreift und weiterführt. Es präsentiert in Berlin ansässige Klangkünstler*innen sowie Beiträge zu Musik, Kollektivität und dem Erbe von Künstlerinnen in der elektronischen Musik.
    Kuratorin: Sofie Krogh Christensen
    Else Marie Pade begann mit dem Komponieren nach dem Zweiten Weltkrieg, in dessen Verlauf sie aufgrund ihrer Beteiligung am Widerstand der Frauen inhaftiert war. 1952 entdeckte sie die musique concrète über Radiosendungen, was sie dazu inspirierte, Anfang der 1950er-Jahre ein Studio für elektronische Musik beim Dänischen Rundfunk aufzubauen. Pade verfolgte die zeitgenössischen europäischen Entwicklungen der Neuen Musik aufmerksam. Dabei waren Begegnungen mit Pierre Schaeffer, Karlheinz Stockhausen und György Ligeti prägend für ihre künstlerische Entwicklung. Ihr vielseitiges Œuvre umfasst elektronische Kompositionen ebenso wie Kammer- und Orchestermusik, Musik für Kinder, Hörspiele und Musiktheater.
    Obwohl ihr Werk in der dänischen Musikgeschichtsschreibung nach den frühen 1980er-Jahren weitgehend in Vergessenheit geriet, erfährt es seit den 2000er-Jahren eine erneute Rezeption, begleitet von zahlreichen Neuaufnahmen, Remixes und Aufführungen.
    Veranstaltungsort: KW Institute for Contemporary Art
    Auguststraße 69
    10117 Berlin
    Mi – Mo, 11:00–19:00
    Geschlossen am Dienstag
    www.kw-berlin.de/de/ausstellungen/else-marie-pade-partitur

  • Ausstellung: 7. März – 17. Mai 2026
    Eröffnung: 6. März 2026, 19 Uhr. Eintritt frei!

    EDITH TUDOR-HART
    Crossing Lines – Fotografie zwischen Kunst und Aktivismus

    Erstmals in Deutschland zeigt f³ – freiraum für fotografie eine umfangreiche Retrospektive der österreichisch-britischen Exilfotografin Edith Tudor-Hart (1908 Wien – 1973 Brighton).
    Edith Tudor-Hart, geborene Suschitzky, war eine zentrale Protagonistin der sozialdokumentarischen Fotografie zwischen 1930 und 1955. In ihrem Werk wies sie engagiert auf gesellschaftliche Missstände hin, behandelte Themen wie Armut, Integration und Frauenrechte und bildete die Lebensbedingungen der arbeitenden Klasse ab. Sie fotografierte das Leben in Wiener Hinterhöfen, an der Donau und im Prater, die Proteste gegen den aufkommenden Faschismus, Bergmänner, Fabrikarbeiter und Fischer in Wales, die Frauenbewegung der Nachkriegszeit und die neuen Einrichtungen der Reformpädagogik.
    Aus einer säkularen jüdischen Familie in Wien stammend und als überzeugte Kommunistin war ihr Lebensweg von politischer Verfolgung und persönlichen Schicksalsschlägen geprägt: Zunächst absolvierte sie eine Ausbildung zur Montessori-Kindergartenpädagogin in Wien und London, wo sie den Beruf auch ausübte. In den späten 1920er-Jahren studierte sie am Bauhaus in Dessau Fotografie und Grafik und entwickelte dort ihren sachlichen, sozialkritischen Stil. 1933 wurde sie wegen ihres Engagements in der Kommunistischen Partei inhaftiert und floh vor dem Faschismus ins Exil nach England. Ihren Mann, den britischen Arzt Alexander Tudor-Hart, heiratete sie an der britischen Botschaft in Wien, damit sie als seine Ehefrau nach Großbritannien ausreisen konnte. In London setzte sie ihre fotografische Arbeit erfolgreich fort und publizierte zahlreiche Reportagen in linksgerichteten Zeitungen und Zeitschriften, darunter die Arbeiter Illustrierte Zeitung (AIZ), der Kuckuck und die Picture Post.
    Vermutet wird, dass Edith Tudor-Hart bereits seit ihrem Teenageralter mit Nachrichtendiensten und Geheimdiensten der Sowjetunion zusammenarbeitete. Ihre Aktivitäten als Agentin blieben jedoch zeitlebens unentdeckt. Historisch belegt ist, dass sie eine Schlüsselrolle bei der Rekrutierung des berühmten Spionagerings "Cambridge Five" spielte. Aus Angst vor Überwachung und Enttarnung vernichtete sie in den 1950-Jahren einen Teil ihrer Negative und beendete wegen des Drucks des englischen Geheimdienstes und aus gesundheitlichen Gründen ihre Tätigkeit als Fotografin. Um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, eröffnete sie ein kleines Buchantiquariat. 1973 starb Edith Tudor-Hart in Brighton. Erst Jahrzehnte nach ihrem Tod wurde ihr fotografisches Werk wiederentdeckt und neu bewertet. Ihr fotografischer Nachlass befindet sich heute im Archiv des Fotohofs Salzburg.
    Veranstaltungsort: f³ – freiraum für fotografie |Prinzessinnenstraße 30 | 10969 Berlin
    Öffnungszeiten: Di–So, 13–19 Uhr
    www.fhochdrei.org

  • 02. April 2026 – 26. Juli 2026
    Räume schaffen. Die Konstruktivistin Marlow Moss. Mit Leonor Antunes, Tacita Dean, Florette Dijkstra und Ro Robertson
    Das Georg Kolbe Museum widmet Marlow Moss (1889–1958) 2026 die erste große Ausstellung in Deutschland. Erstmals werden ihre erhaltenen Skulpturen gemeinsam präsentiert und durch Malerei, Zeichnungen und Archivmaterial ergänzt. Im Dialog mit zeitgenössischen Positionen von Leonor Antunes, Tacita Dean, Florette Dijkstra und Ro Robertson entsteht eine vielschichtige Begegnung von historischer Avantgarde und Gegenwartskunst.
    Es ist die erste große Schau dieser wegweisenden Künstlerin in Deutschland – eine Schlüsselfigur der abstrakten Kunst wird in den Fokus gerückt.
    Als eine der wenigen in den avantgardistischen Kreisen aktiven und anerkannten Frauen sowie als Mitglied der Pariser Künstler*innenvereinigung Abstraction-Création entwickelte Moss eine unverwechselbare Formensprache zwischen Malerei und Skulptur. Mit ihren streng rhythmischen Kompositionen, geometrischen Reliefs und ihrer innovativen Verwendung der Doppellinie in der konstruktivistischen Malerei und Skulptur suchte sie nach einer universellen Ordnung von Farbe, Linie und Raum.
    Lange Zeit blieb ihr Werk im Schatten der Kunstgeschichte – nicht zuletzt aufgrund von Verfolgung, Exil, dem Verlust vieler Arbeiten und ihrem queeren Selbstverständnis. Das Georg Kolbe Museum präsentiert es nun in einer Ausstellung. Erstmals werden dabei die noch erhaltenen Skulpturen von Marlow Moss gemeinsam gezeigt. Malerei, Zeichnungen, Fotografien, Filme und Archivmaterial ergänzen die Ausstellung, die ein eindrucksvolles Bild der künstlerischen Vision und des bewegten Lebens von Moss zeichnen.
    Die zeitgenössischen Künstler*innen Leonor Antunes (*1972), Tacita Dean (*1965), Florette Dijkstra (*1963) und Ro Robertson (*1984) bereichern die Ausstellung mit ihren eigenen künstlerischen Perspektiven, die verschiedenste Verbindungslinien zu Moss eröffnen. Im lebendigen Dialog der Werke entsteht so eine fesselnde Begegnung zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
    Die Ausstellung führt Leihgaben aus bedeutenden Museen und Archiven in Großbritannien, den Niederlanden, der Schweiz, Frankreich, den USA und Deutschland sowie zahlreichen Privatsammlungen zusammen.
    Kuratiert wird das Projekt von Dr. Lucy Howarth und Dr. Elisa Tamaschke. Begleitend erscheint ein zweisprachiger Katalog (dt./engl.) im Hirmer Verlag.
    Weiterlesen auf AVIVA-Berlin Marlow Moss - A Forgotten Maverick Zeichnungen, Malereien, Reliefs und Skulpturen mit rhythmischen Linien und geometrischen Formen
    Die Geschichte von Marlow Moss ist die einer unangepassten, lesbischen, jüdischen Malerin und Bildhauerin in der Kunstszene der 1930er und 40er Jahre, die trotz ihrer richtungsweisenden Innovationen in der öffentlichen Wahrnehmung – im Gegensatz zu ihren Zeitgenossen – kaum berücksichtigt wurde. (2017)
    Veranstaltungsort: Georg Kolbe Museum
    Sensburger Allee 25, 14055 Berlin
    georg-kolbe-museum.de/programm/ausstellungen/raeume-schaffen-die-konstruktivistin-marlow-moss

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